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Was sind Alternative Investments, und für wen sind sie geeignet?

  • Autorenbild: Justin Sodhi
    Justin Sodhi
  • 15. Mai
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Mai

Wer das Depot eines großen Pensionsfonds, einer Universitätsstiftung oder eines Staatsfonds aufschlägt, findet dort Anlageklassen, die im Portfolio eines typischen deutschen Privatanlegers kaum auftauchen. Private-Equity-Beteiligungen, privat vergebene Unternehmenskredite, Infrastrukturprojekte, Hedgefondsstrategien. Diese Anlageklassen haben einen gemeinsamen Namen: Alternative Investments. Und sie haben lange Zeit einen gemeinsamen Nachteil für Privatanleger gehabt, nämlich dass sie schlicht nicht zugänglich waren.


Was sind Alternative Investments?


Alternative Investments sind alle Anlageklassen, die außerhalb der klassischen Kategorie börsengehandelter Wertpapiere liegen. Die Klassiker des Portfolios, also Aktien, Anleihen und Geldmarktinstrumente, gelten als traditionelle Anlagen. Alles, was darüber hinausgeht, fällt in die Kategorie der Alternativen.


Das ist eine breite Definition, die sehr unterschiedliche Anlageformen umfasst. Private Equity bezeichnet Beteiligungen an Unternehmen, die nicht an der Börse gehandelt werden. Private Debt umfasst Kredite, die direkt an Unternehmen vergeben werden, ohne den Umweg über eine Bank oder den öffentlichen Anleihemarkt. Hedgefonds nutzen komplexe Strategien, die sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten Renditen erzielen sollen. Infrastrukturinvestments beteiligen Anleger an Projekten wie Energieversorgung, Verkehrsinfrastruktur oder Telekommunikationsnetzen. Und Sachwertanlagen wie Rohstoffe, Wald oder Agrarland schließen die Bandbreite ab.


Das, was all diese Anlageklassen verbindet, ist weniger ihre Ähnlichkeit untereinander als ihre Unterschiedlichkeit gegenüber dem Standardportfolio aus Aktien und Anleihen.


Warum nutzen institutionelle Investoren Alternative Investments?


Die Frage, warum die größten und professionellsten Investoren der Welt einen erheblichen Teil ihres Vermögens in Alternative Investments stecken, beantwortet sich aus drei Richtungen.


Der erste Grund ist Diversifikation. Alternative Investments entwickeln sich oft unabhängig von den Bewegungen der Aktienmärkte. Private Equity, Private Debt und Infrastrukturinvestments haben niedrige Korrelationen zu börsennotierten Aktien und Anleihen. In Phasen, in denen klassische Märkte unter Druck geraten, liefern sie häufig stabilisierende Beiträge zum Gesamtportfolio. Die Diversifikation geht also über das hinaus, was mit einer Mischung aus Aktien und Anleihen allein erreichbar ist.


Der zweite Grund ist das Renditepotenzial. Private Equity hat über lange Zeiträume höhere Renditen erzielt als öffentliche Aktienmärkte, weil Anleger eine Illiquiditätsprämie erhalten: Sie verzichten auf die sofortige Verfügbarkeit ihres Kapitals und werden dafür mit einer höheren erwarteten Rendite entschädigt. Das ist eine wirtschaftlich logische Prämie, die Privatanleger bisher kaum nutzen konnten.


Der dritte Grund ist der Zugang zu Opportunitäten, die öffentliche Märkte nicht bieten. Die Mehrheit aller Unternehmen weltweit ist nicht börsennotiert. Wer ausschließlich in Aktien investiert, sieht nur einen kleinen Ausschnitt der wirtschaftlichen Realität. Alternative Investments öffnen den Blick auf Segmente, die an der Börse gar nicht existieren.



Was ist Private Equity?


Private Equity bezeichnet Beteiligungskapital, das in nicht-börsennotierte Unternehmen investiert wird. Das Spektrum reicht von Venture Capital, also Frühphasenfinanzierungen für Startups, über Growth Equity, Wachstumsfinanzierungen für bereits etablierte Unternehmen, bis hin zu Buyouts, bei denen ein Unternehmen ganz oder mehrheitlich übernommen wird.


Der typische Mechanismus eines Private-Equity-Investments sieht so aus: Ein Fonds sammelt Kapital von institutionellen und vermögenden privaten Anlegern, kauft damit Unternehmensbeteiligungen, entwickelt diese Unternehmen über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren aktiv weiter, und verkauft die Beteiligungen anschließend mit einem Gewinn.



Für Anleger bedeutet das: Das Kapital ist über den Investitionszeitraum gebunden und nicht täglich verfügbar. Im Gegenzug erhalten sie Zugang zu Renditen, die historisch über denen öffentlicher Aktienmärkte lagen, sowie zu einer Anlageklasse, die nahezu immun gegen kurzfristige Börsenstimmungen ist.


Was ist Private Debt?


Private Debt, auch Direktkreditvergabe oder Private Lending genannt, bezeichnet Kredite, die direkt von Investoren an Unternehmen vergeben werden, ohne die Beteiligung einer Bank als Intermediär. Diese Anlageklasse hat seit der Finanzkrise von 2008 stark an Bedeutung gewonnen, weil Banken durch strengere Regulierung weniger Unternehmenskredite vergeben und diese Lücke von privaten Kreditgebern gefüllt wird.



Für Anleger bietet Private Debt regelmäßige Zinserträge, die deutlich über den Renditen klassischer Unternehmensanleihen liegen, bei gleichzeitig kalkulierbarem Risiko durch vertragliche Sicherheiten und Covenants. Die Laufzeiten liegen typischerweise zwischen drei und sieben Jahren, und das Kapital ist bis zur Fälligkeit gebunden.


Private Debt ist besonders attraktiv in Phasen steigender oder hoher Zinsen, weil viele Private-Debt-Strukturen variable Zinssätze haben und damit von einem höheren Zinsniveau direkt profitieren.


Was sind Hedgefonds, und warum gelten sie als alternativ?


Hedgefonds sind Investmentfonds, die breite Freiheiten in der Wahl ihrer Anlagestrategien haben und nicht an die klassischen Beschränkungen regulierter Publikumsfonds gebunden sind. Sie können Long- und Short-Positionen eingehen, also sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse setzen, Leverage einsetzen, also mit geliehenen Mitteln arbeiten, und in nahezu alle Anlageklassen und Instrumente investieren.


Das Ziel vieler Hedgefonds ist eine Rendite, die wenig oder gar nicht von der Entwicklung der Aktienmärkte abhängt, was in der Fachsprache als marktneutrales Rendite-Profil bezeichnet wird. Gelingt das, leisten sie einen echten Diversifikationsbeitrag, der weder mit Aktien noch mit Anleihen korreliert ist.



Die Bandbreite der Strategien ist enorm: von Makrostrategien, die globale wirtschaftliche Trends handeln, über Arbitragestrategien, die Preisunterschiede zwischen verwandten Instrumenten ausnutzen, bis hin zu ereignisgesteuerten Strategien, die auf Fusionen, Übernahmen oder Restrukturierungen setzen. Die Qualität und Seriosität einzelner Hedgefonds variiert erheblich, weshalb die Selektion entscheidend ist.


Welche Risiken haben Alternative Investments?


Alternative Investments sind keine risikofreien Anlagen, und es wäre irreführend, sie so darzustellen. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Illiquidität, Komplexität und Managementrisiko.


Illiquidität bedeutet, dass das investierte Kapital für den gesamten Investitionszeitraum nicht frei verfügbar ist. Wer kurzfristig auf sein Kapital angewiesen sein könnte, sollte keine illiquiden Positionen eingehen, egal wie attraktiv die erwartete Rendite ist. Die Illiquiditätsprämie ist real, aber sie hat ihren Preis.


Komplexität bedeutet, dass Alternative Investments schwerer zu analysieren und zu bewerten sind als börsennotierte Aktien. Die fehlende tägliche Marktpreisbildung macht es schwieriger zu beurteilen, wie viel ein Investment heute wirklich wert ist. Das erhöht die Anforderungen an die Qualität der Analyse und die Expertise des Beraters.


Managementrisiko bedeutet, dass bei vielen alternativen Anlageklassen die Fähigkeiten des Fondsmanagers oder des Kreditgebers entscheidend für den Erfolg sind. Die Streuung zwischen den besten und den schlechtesten Managern im Private-Equity-Bereich ist deutlich größer als im Bereich öffentlicher Fonds. Die Managerauswahl ist damit kritischer als bei traditionellen Anlagen.


Ab wann sind Alternative Investments für Privatanleger zugänglich?


Historisch waren Alternative Investments erst ab sehr großen Mindestanlagesummen zugänglich, oft ab einer Million Euro oder mehr. Das hat Privatanleger strukturell von einer Anlageklasse ausgeschlossen, die institutionellen Investoren langfristig erhebliche Vorteile gebracht hat.


Regulatorische Änderungen auf europäischer Ebene, insbesondere die Einführung des European Long-Term Investment Fund (ELTIF) in seiner überarbeiteten Form, haben die Mindestanlagegrenzen deutlich gesenkt und Alternative Investments für einen breiteren Anlegerkreis geöffnet. Parallel dazu haben sich digitale Multi Family Offices entwickelt, die den Zugang zu sorgfältig selektierten alternativen Strategien auch für Anleger mit Vermögen ab 25.000 Euro ermöglichen.


JS Advisors Group integriert ausgewählte alternative Anlageklassen als Satellitenkomponenten in die individuelle Vermögensstruktur ihrer Klienten, auf Basis der Stratik-Methodik und mit einem klaren Fokus auf das Verhältnis zwischen Renditeerwartung, Liquiditätsanforderungen und tatsächlichem Risiko des dauerhaften Kapitalverlusts.


Häufige Fragen zu Alternative Investments


Was sind Alternative Investments einfach erklärt? Alternative Investments sind alle Anlageklassen, die außerhalb börsengehandelter Aktien, Anleihen und Geldmarktprodukte liegen. Dazu gehören Private Equity, Private Debt, Hedgefonds, Infrastrukturinvestments und Sachwertanlagen wie Rohstoffe oder Immobilien. Sie werden typischerweise von institutionellen Investoren wie Pensionsfonds und Stiftungen genutzt, sind aber zunehmend auch für Privatanleger zugänglich.


Was ist der Unterschied zwischen Private Equity und Private Debt? Private Equity bezeichnet Eigenkapitalbeteiligungen an nicht-börsennotierten Unternehmen. Der Anleger wird Miteigentümer und profitiert von der Wertsteigerung des Unternehmens. Private Debt bezeichnet die Vergabe von Fremdkapital, also Krediten, direkt an Unternehmen. Der Anleger erhält regelmäßige Zinserträge und hat im Insolvenzfall Vorrang vor Eigenkapitalgebern. Beide Anlageklassen sind illiquide, haben aber unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile.


Warum investieren Pensionsfonds in Alternative Investments? Pensionsfonds nutzen Alternative Investments, weil sie drei Vorteile bieten, die traditionelle Anlagen allein nicht liefern: eine niedrige Korrelation zu Aktien- und Anleihemärkten, was echte Diversifikation schafft, ein Renditepotenzial, das über dem liquider Märkte liegt, und Zugang zu wirtschaftlichen Chancen, die an der Börse nicht verfügbar sind. Große Pensionsfonds und Universitätsstiftungen wie der Yale Endowment Fund haben mit dieser Strategie langfristig überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt.


Sind Alternative Investments risikoreicher als Aktien? Nicht zwangsläufig.


Alternative Investments haben andere Risikoprofile als Aktien, nicht automatisch höhere. Private Debt hat bei sorgfältiger Kreditvergabe ein klar kalkulierbares Ausfallrisiko und kann risikoärmer sein als hochvolatile Aktien. Private Equity kann volatiler als ein breit diversifiziertes Aktienportfolio sein, bietet dafür aber die Illiquiditätsprämie. Entscheidend ist, dass das Risikoprofil jeder alternativen Anlageklasse einzeln bewertet und in den Kontext des Gesamtportfolios gestellt wird.


Welche Mindestanlage braucht man für Alternative Investments? Das variiert stark. Klassische Hedgefonds und Private-Equity-Fonds haben oft Mindestanlagesummen ab 100.000 Euro oder mehr. Durch regulatorische Änderungen wie den überarbeiteten ELTIF und durch digitale Plattformen und Multi Family Offices sind inzwischen einzelne Strategien ab deutlich niedrigeren Beträgen zugänglich. JS Advisors integriert ausgewählte alternative Positionen in Portfolios ab 25.000 Euro.


Wie liquide sind Alternative Investments? Alternative Investments sind in der Regel illiquide. Das bedeutet, dass das investierte Kapital für den vereinbarten Zeitraum gebunden ist und nicht täglich abgezogen werden kann, wie es bei Aktien oder ETFs möglich ist. Die Laufzeiten variieren: Private-Debt-Positionen haben oft drei bis sieben Jahre Laufzeit, Private-Equity-Fonds typischerweise sieben bis zehn Jahre. Diese Illiquidität ist strukturell eingepreist und ist der Grund, warum Alternative Investments eine Illiquiditätsprämie zahlen.


Für wen eignen sich Alternative Investments? Alternative Investments eignen sich für Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont, die einen Teil ihres Vermögens für mehrere Jahre binden können, ohne auf Liquidität angewiesen zu sein. Sie sind besonders sinnvoll für Anleger, die ihr Portfolio über die klassischen Anlageklassen hinaus diversifizieren möchten, und für alle, die Zugang zu Renditequellen suchen, die an den öffentlichen Märkten nicht verfügbar sind.


Das Wichtigste im Überblick


Alternative Investments sind keine exotischen Nischenprodukte, sondern ein zentraler Bestandteil professioneller Portfolios weltweit. Was sie bisher von Privatanlegern ferngehalten hat, waren hohe Mindestanlagesummen, komplexe Strukturen und fehlende unabhängige Beratung. Durch regulatorische Entwicklungen und digitale Multi Family Offices ist dieser Zugang heute auch für vermögende Privatanleger ab 25.000 Euro möglich.


Wer mehr darüber erfahren möchte, wie Alternative Investments konkret in eine individuelle Vermögensstruktur integriert werden können, kann jederzeit ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in alternative Anlageklassen sind mit besonderen Risiken verbunden, insbesondere dem Risiko des dauerhaften Kapitalverlusts und eingeschränkter Liquidität. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Bitte lesen Sie unsere vollständigen rechtlichen Hinweise.

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